18.5.05

Schon ab der Grundschule: Gemeinsam lernen

Für mich steht fest, dass ich zum effektiven Lernen einen Partner brauche. Jemanden, der mich nicht nur "abfragt", sondern jemanden, der sich zu meinem Thema eine eigene Meinung gebildet hat - im besten Fall also ein Kommilitone. In der Auf- und Vorbereitung des Textes lege ich gerne Mindmaps an und wenn es darum geht, sich lange Listen zu merken gehe ich inzwischen gerne in den Wald spazieren. Da stört es wenigstens keinen, wenn ich Dinge rezitiere und mit mir selbst in Gericht gehe.

All diese Eigenheiten haben sicherlich mit meinem persönlichen Lernstil zu tun. Ich habe am Anfang von B822 u.a . einen LSI-Test gemacht. Das Ergebnis hat mich aber nicht befriedigt. Mehr noch, ich halte den ganzen Test für sehr unzuverlässig und nur bedingt aussagekräftig.

Soweit zu mir. In Familie & Co habe ich nun einen Beitrag über Lerngemeinschaften ab der Grundschule gelesen, den ich kurz zusammenfasse:

Kleine Lerngruppen erzielen oft bessere Lernergebnisse als alleine Lernende. Es macht mehr Spaß und ist effektiver. Zweier-Gruppen sind am Besten. Anfangen kann man ab etwa der zweiten Klasse. Größere Gruppen (-5 Kinder) erst ab 6./7. Klasse, da es dafür bereits ein hohes Maß Verantwortungsgefühl für sich und die Gruppe bedarf.

Es eignet sich aber nicht jede Lernphase zur Partnerarbeit: Vokabeln, Lesen, Malen, Formeln, Geschichte und Gedichte sollten zunächst alleine geübt werden und dann in der Gruppe verfeinert und vervollständigt.
Aufgaben aus dem mathematisch naturwissenschaftlichen Bereich, Referate und Rollenspiele hingegen lassen sich - etwas Übung und Disziplin vorausgesetzt - komplett in Teamarbeit erledigen.
Eltern sollen keine Bedenken bzgl. der Konzentration und Eifers haben. Man kann also durchaus das Zimmer verlassen, sollte aber greifbar bleiben, wenn etwa unlösbare Probleme auftauchen.

Wichtig ist, dass die Lernpartner in etwa das gleiche Alter und die gleiche Leistungsstufe haben.

Regeln:
  • Anzahl, Ort, Häufigkeit und Dauer der Lerngruppe sind genau festgelegt
  • Für alle gilt ein gemeinsames Ziel (z.B. Erledigung der Hausaufgaben, Lernen für eine Prüfung)
  • Die Eltern ziehen mit (d.h. sie sind mit Gruppenlernen einverstanden und leisten Unterstützung durch z.B. Räume, Essen, Materialen)
  • Ein Elternteil ist erreichbar um zu helfen und (bei Kleineren) die Ergebnisse zu überprüfen
Mögliche Probleme und Lösungen:
  • Einer dominiert die Gruppe -
    Eltern weisen noch einmal auf Regeln der Gruppe hin: Gleichberechtigung und Konsens in der Entscheidungsfindung
  • Gruppe / einzelne Mitglieder findet/n nicht zum Arbeitsrhythmus -
    Vorher Spielen und Toben lassen. Zwischendrin Entspannungsphasen einlegen
  • Spezialistenbildung, die anderen schreiben ab -
    Eltern machen noch einmal klar, dass Abschreiben dafür sorgt, dass nur einer lernt und somit die Vorteile der Gruppenarbeit verloren gehen: Angstfrei Fehler machen und vom Anderen lernen.

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